Mon 29 May 2006
Ein sehr schöner Artikel bei zeit.de befasst sich mit der Verschärfung des Strafrechts zu Lasten der eigentlich vorgesehenen Resozialisierung. Er kommt zum Fazit:
So sieht sie aus, die neue Kriminalpolitik – mit Vernunft hat sie nichts mehr zu tun. Wissenschaftler wie der Kriminologe Frieder Dünkel halten deshalb Politiker, die sich von den Medien jagen lassen und zugleich die Angst in der Bevölkerung schüren, für das eigentliche Sicherheitsrisiko im Land.
Mein Reden. Etwas mehr Ruhe täte allen gut. Und ich wünsche mir etwas mehr Mut in den Redaktionen der Republik. Damit sie nicht mehr jedem Leser oder Zuschauer nachlaufen und am Ende den kleinsten gemeinsamen Nenner befriedigen. Angst steckt in uns allen. Gerade deshalb darf man sie nicht bedenkenlos schüren.
May 31st, 2006 at 11:44
Wenn ich mit konservativen Menschen über die Unsinnigkeit von Todesstrafe und der allgemeinen Verschärfung des Strafrechts spreche, bekomme ich immer wieder zu hören: “Stell dir mal vor, dein Kind würde vergewaltigt und ermodert werden. Dann würdest du genau so handeln!”. Aber was soll der Unsinn? Dann bin ich doch nicht mehr objektiv. Das hat die Qualität von Broder-Mist, der im Spiegel den damaligen Bundeskanzler Schröder aufforderte, sich doch mal vorzustellen, wie das sei, wenn man in einem israelischen Straßencafe nicht mehr angstlos sein Eis essen kann, nachdem Schröder den Raketenangriff Israels auf ein Land kritisiert hatte, aus dem der Selbstmordattentäter stammte. Das Gedankengebäude der Befürworter von Brutalostrafen beruht einzig und allein auf eine subjektive Betrachtung des Zorns der Geschädigten. Auf das Mitfühlen, einem Zugeständis an die Unverhältnismässigkeit. Vielen wäre eine neue Halsgerichtsordnung nach mittelalterlichem Vorbild sicherlich recht. Das finde ich ziemlich traurig.
June 4th, 2006 at 08:28
Stoppt Tierversuche, nehmt Kinderschänder!