X-Men: The Last Stand, dritter Teil des X-Men-Franchise, ist kein guter Film. Objektiv betrachtet. Das Drehbuch entspricht in etwa dem Niveau der beiden Vorgänger und der Regisseur der beiden Rush Hour-Filme leistet handwerklich solide Arbeit. Und das reicht eben nicht. Man sah zu vielen der Schauspieler an, dass sie nicht so richtig mit Lust bei der Arbeit waren. Allen voran Halle Berry. Angeblich wollte sie nur mitwirken, wenn ihrem Charakter mehr Platz eingeräumt wird. Nun, sie hat dennoch mitgespielt. Nicht besonders gut, aber da war sie nicht allein. Zugegeben, das Drehbuch ließ wohl nicht viel Raum für die Persönlichkeit der Protagonisten. Und mal ehrlich, wer guckt sich X-Men in der Erwartung an, tiefgehende Charakterstudien zu sehen? Hoffentlich niemand. Aber es waren nicht nur die Schauspieler oder das Drehbuch. Zu vielen der Sets sah man an, dass sie in einer Soundstage standen. Eine Sünde, geboren aus Routine und Sparsamkeit. Es ist natürlich einfacher, alles in einer Halle aufzubauen, in der alle Variablen kontrollierbar sind. Dafür sehen dort gedrehte Szenen dann meistens auch steril und unecht aus. Und das zerstört jegliche Atmosphäre, die auch bei einem Actionfilm von der Stange wichtig ist.
Subjektiv betrachtet hingegen hatte ich Spaß. Wenn man das Genre mag und keine hohen Erwartungen hat, wird man durchaus 90 Minuten unterhalten. Und man sollte nicht den Fehler machen, vor Ende des Abspanns aus dem Kino zu laufen.