Sun 9 Jul 2006
Es nervt manchmal, wenn man beim Lesen eines Buches merkt, wie der Autor auf Bilder aus Filmen zurückgreift. Damit meine ich keine bestimmten Bilder aus einem bestimmten Film, sondern Standards, vielleicht sogar Klischees. Man liest einen Satz und hat dazu Tonfall der Charaktere, Abfolge der Bilder und sogar die Kameraeinstellung vor Augen. Und zwar nicht als normalen Teil der Vorstellung, die einem ein Buch gibt, sondern als Sprung, als unpassenden Einschnitt. Der Auto zwängt einem gewissermaßen die Bilder auf, die er beim Schreiben gesehen hat, indem er gemeinsame Erinnerungen abruft. Das ist in Ordnung und erwünscht, wenn man ein Drehbuch liest. Bei einem Unterhaltungsroman sind solche Eingriffe unangenehm.
July 11th, 2006 at 11:16
Und solche Autoren hüpfen gerne mal mit der “Convenience Fairy” ins Bett und lassen logisch nicht zuende gedachte Situationen gerne glimpflich ausgehen, obwohl das bei der Scheiße, die der Protagonist durchlebt, ziemlich unglaubwürdig erscheint. Als hätten sie einmal zu oft Michael Bays “The Island” geguckt. “Also irgendwie hat er das jedenfalls überlebt. Nächstes Kapitel”.