Thu 3 Aug 2006
Nach den Bombenfunden in einem Zug und auf einem Bahnhof fordern Politiker der Unionsparteien Videoüberwachung auf Bahnhöfen und in Zügen, sowie mit Flughäfen vergleichbare Kontrollen. Ich frage mich da, wem das nützen soll. Den Fahrgästen? Sicherheitskontrollen am Flughafen können umgangen werden, wie immer wieder unter Beweis gestellt wird. Und Selbstmordattentäter lassen sich von Videoaufnahmen wenig beeindrucken, da sie eine Verhaftung nicht zu fürchten brauchen. Dem allgemeinen Sicherheitsgefühl ist es auch nicht zuträglich, wenn man als Unbescholtener auf Schritt und Tritt wie ein Verbrecher behandelt wird. “Wir müssen euch alle überwachen und euer aller Freiheit beschneiden, da jeder von euch eine potenzielle Gefahr darstellt” ist die Nachricht, die solche Maßnahmen vermitteln.
Diese Forderungen sind also nur das jüngste Beispiel dafür, dass im Namen der Sicherheit die Freiheit eingeschränkt werden soll. Ich frage mich auch immer wieder: wessen Sicherheit eigentlich? Meine? Ich fühle mich nicht bedroht. Ich habe keine Angst vor verwirrten Einzeltätern oder international tätigen Organisationen, die unsere Art zu leben mit Terror bekämpfen wollen. Mein Leben ist schon bedroht, wenn ich aufstehe. Schließlich kann ich jederzeit ausrutschen und mir den Schädel irgendwo aufschlagen. Dann waren all die Sicherheitsmaßnahmen des Staates für die Katz. Und gerade weil ein Unfall im Haushalt oder der Tod durch eine Naturgewalt wahrscheinlicher sind als der Tod durch einen Anschlag möchte ich mir mein Leben und meine Freiheit nicht durch den Staat versauen lassen.