Soziale Netzwerke sind momentan der große Trend im Internet. Zusammen mit anderen kollaborationsbasierten Diensten werden sie gerne unter dem Begriff “Web 2.0″ zusammengefasst. Für mich bedeutet Web 2.0 primär das Ende der Privatsphäre. Exhibitionismus ist offenbar unabdingbarer Teil dieses Trends. Und seine Apologeten begrüßen alle Angebote, die noch mehr Privatsphäre rauben und Fremden noch mehr Einblick in das eigene Leben bieten. Bei Diensten wie flickr, youtube oder ZYB wird dann auch die Frage interessant, inwiefern man Einblick in die Leben Dritter erhält. Da lädt ein Mann freizügige Bilder seiner Freundin hoch, dort veröffentlicht eine Frau eine Videoliebeserklärung ihres Freundes, und hier landen durch ein Versehen Telefonnummern und Adressen in einem öffentlichen Verzeichnis. Datensammler freuen sich. Neben den Sicherheitsdiensten, die ja ohnehin immer gerne mehr wissen, sind auch Werber oder netzaffine Firmen, die Bewerber durchleuchten, mit dabei. Aber warum wird diesen Gruppen in die Hände gespielt? Hier kann ich nur vermuten. Vielleicht ist es bei vielen der Teilnehmer von myspace und wie sie alle heißen, einfach so, dass sie mit dem Netz großgeworden sind. Wer schon von klein auf E-Mail, Chat und Webcams kennt, der hat vermutlich wenig Hemmungen, weitere Details preiszugeben. Ich kann mir vorstellen, dass die Vorstellung von Privatsphäre und damit der Teilnahmeverweigerung, in diesen Kreisen altmodisch wirkt. Für mich allerdings kein Grund, davon abzulassen.