Sun 22 Oct 2006
SPON veröffentlicht einen Artikel aus der FAS, der sich mit chinesischen Goldfarmern in MMORPGs wie World of Warcraft beschäftigt.
Der letzte Absatz bringt gut auf den Punkt, warum die Aufregung über die Farmer verfehlt ist:
Es hilft nicht, daß die Betreiber der Computerspiele die kommerziellen Umtriebe für illegal erklären; sie haben gar nicht das Personal, um den elektronischen Verkehr zu überwachen, und können nur sporadisch einmal einen verdächtigen Spielzugang sperren. Der Fehler liegt im System. Es bleibe nichts anderes übrig, meint ein Enttäuschter, als auf ein neues Spiel zu warten, das den Fehler tilgt.
Blizzard und andere Firmen haben offenbar blauäugig angenommen, die Wirtschaft würde sich selbst regulieren. Selbst für jemanden, der nicht Volkswirtschaft studiert hat, ist offensichtlich, dass ein System nicht funktionieren kann, in dem unbegrenzt Geld in Umlauf ist. Wer den Handel von Spielgegenständen verbietet, wie die meisten Hersteller, oder ihn verachtet, wie viele Spieler, der verkennt doch die Realität. Gerade aus Sicht des Herstellers sollte man meiner Meinung nach froh sein, wenn man Abonnenten gewinnt, die aus Zeitmangel nur spielen können, weil anonyme Chinesen ihnen zu fertigen Charakteren und Geld verhelfen. Und für Spieler, die gegen sowas vorgehen, kann ich auch kein Verständnis aufbringen. Denn sie versuchen, ihr Weltbild anderen aufzuzwingen. Notfalls mit virtueller Gewalt. Wen es ernsthaft überrascht, dass jemand alle Möglichkeiten ausnutzt, die geboten werden, der ist sträflich naiv. Der Zorn dieser Spieler sollte sich nicht gegen andere Spieler richten, sondern gegen den Hersteller, der es versäumte, einen Wirtschaftsexperten in das Entwicklerteam zu holen.
October 22nd, 2006 at 20:29
Für mich riecht das nach extremster Nerdigkeit. Und das schreckt mit ab, mich mit “WoW” zu beschäftigen.