Thu 30 Nov 2006
Neulich, ich glaube es war bei zeit.de, sah ich den Anreißer für einen Artikel, der die Freiheit des Rauchens verteidigte. In Zeiten, in denen endlich auch in Deutschland das Rauchen wenigstens in Teilen der Öffentlichkeit verboten wird, fühlen sich Raucher diskriminiert und beklagen den Verlust ihrer Freiheit. Tja. Diese Freiheit endet eben genau dort, wo die Rechte der Nichtraucher beginnen. Und das Recht auf unversehrte Gesundheit wiegt deutlich schwerer als das Recht darauf, sich die eigene Gesundheit zu ruinieren. Ein Raucher hat, nur weil er es so geil findet, nicht das Recht, andere in ihrem Wohlbefinden einzuschränken, indem er erwiesen krebserregende Stoffe in die Umwelt entlässt. Das kommende, halbherzige Rauchverbot in Gaststätten geht noch nicht weit genug. In der Öffentlichkeit muss Rauchen komplett verboten werden. Was die Leute zuhause machen, ist ihre Sache. Und wer Raucher besucht, muss mit dem Qualm leben oder einfach gehen. Die Freiheit hat jeder. Dort aber, wo Menschen zusammenkommen, ob freiwillig oder nicht, sind es die Raucher, die sich einschränken müssen. Es wäre schön, wenn diese Selbstbeschränkung aus Rücksichtnahme selbstverständlich wäre. Da aber Raucher offenbar primär an sich und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse denken, ist ein Verbot notwendig.
December 1st, 2006 at 17:23
Jetzt übertreibst du aber gewaltig. Das Rauchen auf öffentlichen Straßen ist ein Witz gegen die Autoabgase, die wir in die Luft pusten. Das CO aus einer Zigarette wird beim Anlassen eines KFZ-Motors um das Hundertfache übertroffen. Und jetzt tu nicht so, als ob ein solches Verbot zu einer statistischen Verringerung krebskranker Nichtraucher führen würde. Wenn du so sehr Wert auf reine Atemluft legst, solltest du aufs Land ziehen, wo die Verkehrsdichte deutlich geringer ist.
December 4th, 2006 at 10:15
Ach herrje. Das alte Argument. Nur weil es größere Gesundheitsbelastungen gibt, muss man auch alle kleineren hinnehmen? Das ist doch albern. Davon mal abgesehen wäre der Autoverkehr innerhalb einer Stadt auch auf ein absolutes Minimum beschränkt, wenn es nach mir ginge.
December 7th, 2006 at 13:12
Da hat der Nörgelopa mal Recht… Rauchen ist private, selbstverordnete Ratentötung, also sollte sie auch privat betrieben werden. Ich weiß auch gar nicht wo das Problem in Sachen Gesetzgebung ist, denn es gibt bereit genug Gesetze die Gesundheitsschädigung und Körperverletzung behandeln, oder? Rauchen in der Öffentlichkeit zählt eindeutig unter “Versuch der schweren Körperverletzung mit Tötungsabsicht”!
December 8th, 2006 at 14:13
Ihr habt nur ein Problem. Euer “Rechtsempfinden” hat leider keine Lobby in den Industrie.
January 14th, 2007 at 02:36
Das Rauchen im Freien ist ja garnicht so schlimm. Das Rauchen ueberall und generell nervt. Die Woche in Deutschland hat mir in der Hinsicht auch wieder den Rest gegeben. Verabredungen mit Freunden liefen nach dem Schema:
Enno: “Treffen wir uns bei mir oder bei dir?”
Freund: “Wir koennten ja was essen gehen.”
Enno: “Ja, schlag mal was vor, wo nicht geraucht wird.”
Freund: “Na, dann bei mir.”
Wir haben hier das totale Rauchverbot an Arbeitsplaetzen (auch Arbeitsplaetzen von Kellnern) seit ueber zwei Jahren, und ich mache da wegen einer Woche Urlaub keine Rueckschritte mehr. So ein Besuch in Deutschland, wo ich direkt nach dem Ausstieg aus dem Flieger schon zugestaenkert werde, macht mich jedesmal verzweifeln an meiner alten Heimat. Ob sie’s irgendwann mal lernen?