Thu 4 Jan 2007
WTF is wrong with Mel Gibson? Ich mein, Apocalypto ist gut gemacht. Als Actionfilm funktioniert er prima. Die Spannung lässt eigentlich keine Minute richtig nach. Schauspieler, Masken und Sets sind auch klasse. Aber die Gewalt. Ich bin der Meinung, dass man so einige Szenen hätte weglassen können, ohne dass das Gesamtwerk gelitten hätte. Man, oder wenigstens ich, muss doch nicht sehen, wie ein Panther einem Mann den Schädel zerbeißt oder wie feiner Blutnebel in der Luft hängt, nachdem einem anderen der Schädel eingeschlagen wurde. Zumal der Film durch die Verwendung von HDTV eine Schärfe und Farben besitzt, die ihn stellenweise wie eine TV-Dokumentation wirken lassen. Als Fazit empfehle ich den Film also, da er wirklich gut gemacht ist. Aber wer ihn sehen möchte, sollte auf viel Gewalt gefasst sein. Andere Filme mögen da deutlich härter sein. Die wirken aber meistens nicht so real.
January 4th, 2007 at 00:56
Was mir aufgefallen ist: Wieso porträtiert man eine ausgestorbene Kultur gerade auf diese Weise? Sicherlich sind Menschenopfern eine schlimme Sache gewesen. Ich möchte auch nicht abstreiten, dass vieles so gewesen ist, wie es im Film dargestellt wurde. In jeder Kultur gab oder gibt es Stämme, die durch Mordlust und Gewaltbereitschaft auffallen. Aber wenn man einen Film über eine vergangene Hochkultur Mittelamerikas dreht, hat man eine besondere Verantwortung, weil das Publikum das Gesehene unausweichlich mit der eigenen Gesamtbetrachtung dieser Kulltur assoziiert. Und wenn man dann zum Schluß kommt, dass das alles kleine Hitler waren, die nur aufgrund fehlender Technologie nicht an den echten Adolf heranreichten, kann ich gut verstehen, warum so viele Nachfahren dieser Völker ihren Unmut in der IMDB auslassen.
January 4th, 2007 at 01:04
In der IMDb laden nach jedem Film irgendwelche Idioten ihren Meinungsmüll ab. Und nach meiner Erfahrung mit Foren im Allgemeinen wird da sehr viel gelogen, wenn man so seine Position in einer Diskussion verbessern kann. Und als Opfer diskussiert es sich immer leichter. Kurz gesagt: nicht alle die behaupten, Nachfahren der Maya zu sein, sind es auch.
January 4th, 2007 at 01:12
Aber was ist, wenn es stimmt? Außerdem halte ich es für ziemlich fragwürdig, wenn man den Handlungskomplex des Films so gestalltet, dass die christlichen Missionare am Ende wie das Beste erscheinen, was diesen Menschen widerfahren konnte!
January 4th, 2007 at 15:57
Den Eindruck hatte ich nicht. Vielmehr wirkten die Spanier wie das verdiente Ende dieser brutalen Kultur. Die friedlichen Waldbewohner gegen die dekadenten und brutalen Stadtbewohner. Im Grunde also, sofern der Film überhaupt eine ‘Message’ enthält, eine Geschichte über den Verlust von Werten. Dass Gibson ausgerechnet auf die Maya zurückgriff kann man auch gut als Zufall abtun.
January 8th, 2007 at 14:53
was die gewalt angeht: mittlerweile sollte sich herumgesprochen haben, was man kriegt, wenn man sich einen mel-gibson-film anguckt. ansonsten kann ich hier nicht mitreden, ich hab den film bislang noch nicht gesehen.