Fri 25 May 2007
Vor einigen Wochen erschien bei zeit.de ein Interview mit dem Vorstandschef von Nestlé. Es ging um das Wasser der Welt. Genauer um den winzigen Teil des Wassers, der für Menschen genießbar ist. Die Zahlen, die er nennt, sind erschreckend. Selbst wenn sie übertrieben sein sollten, wären sie es noch. All die Wassersparfunktionen im Haushalt sind sinnlos, wenn wir hektoliterweise Wasser essen. In seinem Urteil über Kraftstoff aus Biomasse stimme ich ihm zu. Die Idiotie, die hinter dem Gedanken steckt, aus Nahrungsmitteln Kraftstoff zu gewinnen, ist für mich nicht fassbar. Angesichts solcher Nachrichten fällt es schwer, noch Optimismus aufzubringen und zu glauben, dass alles gut wird.
May 28th, 2007 at 10:53
Im Grunde haben wir genug Wasser. Die Weltmeere. Der einzige Grund, warum wir kein Meerwasser entsalzen, um daraus Trinkwasser zu gewinnen, liegt doch darin begründet, dass das Grundwasser so viel einfacher zu erreichen ist. In anderen Gebieten (kanarische Inseln) wird schon lange Meerwasser in Entsalztzungsanlagen aufbereitet, weil es in diesen Regionen kein natürlichen Grundwasser gibt. Das mag zwar teuer sein, aber es funktioniert. Autofahren tun wir ja auch noch wie die Weltmeister, obwohl sich der Benzinpreis in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat.
May 28th, 2007 at 18:46
Teuer, ja. Eine Milliarde Menschen muss schon heute verschmutztes Wasser trinken. Meinst du, die Länder, in denen diese Menschen leben, haben das nötige Geld, um Meerwasserentsalzungsanlagen zu bauen? Um Deutschland und die anderen reichen Länder mache ich mir keine Sorgen.
May 28th, 2007 at 19:41
Wenn diese Menschen sich jetzt schon kein sauberes Wasser leisten können, dann stellt sich mir die Frage, was das mit der Zukunft zu tun haben soll. Genau darum geht es aber, wenn wir über die Rohöl-Reserven sprechen. Benzin können wir nicht aus Wasser herausfiltern und müssen uns schon jetzt über Alternativen Gedanken machen. Wasser haben wir genug. Ungerechte Verteilung des Wassers ist weniger ein Problem der Ressourcenverknappung. Zumindest nicht im Zusammenhang mit der westlichen Nahrungsmittelproduktion. Es ist mir egal ob ich mit meinem Müsli 4 Tonnen Wasser esse. Das ist Wasser, das in Afrika sowieso niemand je zu Gesicht bekommen hätte. Und wenn das Grundwasser zu Neige geht, zahle ich eben mehr für’s Müsli. Das ist dann auch kein Wasser, das jemand in Afrika zu Gesicht bekommen hätte. Es sterben täglich tausende von Menschen an Nahrungsmittelknappheit, weil durchgedrehte Tyrannen lieber Krieg führen, als an die Gesundheit der Bevölkerung zu denken. Das hat noch viel weniger mit Ressourcenverknappung zu tun und daran würden eine Trillion Liter Trinkwasser nichts ändern.