Mon 28 May 2007
Wenn ich Meldungen wie diese lese, wünsche ich mir manchmal, es gäbe einen Gott. Einen gerechten Gott, der Menschen, die eine solche Show planen, ins Programm hieven und sie gucken, zerschmettert. Auf der Stelle. Der Grad an moralischer Verkommenheit, der allein aus dieser Idee spricht, macht mich beinahe sprachlos. Wenn man auf den beklagenswerten Mangel an Spenderorganen aufmerksam machen will, dann doch nicht indem das Konzept tatsächlich in der Realität durchgezogen wird. Es bleibt nur die Hoffnung, dass wir als Bewohner Europas nocht nicht so dekadent geworden sind, und dass die aktuellen Aussagen der Verantwortlichen Teil einer Satire sind.
May 28th, 2007 at 21:14
Ich glaube es begann mit der ziemlich erfolgreichen Serie “Big Brother”. Damals habe ich erwartet, dass ein ablehnendes Entsetzen durch die Bundesrepublik raunt. Nicht nur wegen des fragwürdigen voyeuristischen Konzeptes, sondern auch wegen des an Zynismus nicht zu überbietenden Titels, der einer Ejakulation auf George Orwells Grab gleichkommt. Endemols Konzept ging auf. Die Kritiker des Projektes “Big Brother” wurden zu langweiligen, humorlosen Spießern degradiert, Deutschland lachte über Sladkos “Wer isn’ Shakesbier” und gnoss die eindrucksvolle Demonstration modernster Tontechnik, die Sladkos unterdurschnittliches Talent in einen musikalischen Hit für pubertierende Komasäufer verwandelte.
Was bleibt mir nun anderes übrig, als mich in die Reihen der gestrigen Spießer einzureihen, die Endemols neuestes Kind abstoßend und widerlich finden? Im Grunde fühle ich mich in dieser Rolle mehr als wohl.