Fri 15 Feb 2008
Im Magazin der Süddeutschen ist ein unsäglicher Artikel zur Terrorgefahr in Deutschland erschienen. Mir stieß dieser Artikel übel auf, weil die Autorin nur darüber referiert wie gefährdet wir sind und wie unglaublich sie es findet, dass… ja, was eigentlich? Es ist mir nach wie vor unklar, was genau “wir” eigentlich falsch machen. Der erste Terroranschlag von islamisch-fanatischer Seite würde die Bevölkerung schockieren. Nun, ja, natürlich würde er das. Ein Anschlag von linksradikaler Seite würde das auch. An so etwas gewöhnt man sich nicht so schnell. Im Artikel wird nichtmal ansatzweise darauf eingegangen, was die Autorin vom Rest der Bevölkerung erwartet. Sollen wir Tag für Tag in der Angst leben, dass unserem Dasein schon morgen durch eine selbstgebaute Bombe ein vorzeitiges Ende bereitet werden kann? Das ist nämlich der Eindruck, den ich nach der Lektüre hatte. Ich muss Frau Ramelsberger hier auch weiterhin enttäuschen. Es ist mir zwar durchaus gegenwärtig, dass es auch für mich die Gefahr gibt, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Aber ich weigere mich schlichtweg daraus irgendwelche Konsequenzen für mein Leben zu ziehen. Die Gefahr unter ein Auto zu geraten oder durch Unachtsamkeit im Haushalt zu verunglücken ist ungleich größer, aber deswegen verkrieche ich mich trotzdem nicht im Bett. Angst ist ein schlechter Lebensinhalt.
Zwar möchte ich nicht so weit gehen und der Autorin sinistre Absichten unterstellen, aber wenn man in der Bevölkerung eine diffuse, aber umfassende Furcht schürt, die von einem bestimmten Teil eben dieser Bevölkerung ausgehen soll, dann muss man sich der Folgen bewusst sein. Einzelne Menschen mögen durchaus intelligent sein. In Gruppen ist davon aber nichts mehr zu spüren. Das äußert sich dann in xenophob motivierter Diskriminierung oder gar offenem Rassismus.