Fri 25 Apr 2008
Ein paar Versager heulen rum, weil andere Leute sie ausnutzen. Ich kann diesen Mist echt nicht mehr hören. Diese Leute wollen krampfhaft das Internet in den Grenzen vor 1995 wiederherstellen, weil sie unfähig sind, die neue Technologie kreativ für sich zu nutzen. Nachdem sich langsam herumgesprochen hat, dass außer den “Künstlern” und ihren Corporate Masters niemand den Download von Musik und Filmen kriminell findet, werden die Netzanbieter ins Visier genommen. Das führt dann zu der lustigen Situation, dass einerseits die Contentindustrie Geld von den Netzanbietern will, weil diese ja mit all den illegalen Downloads Geld verdienen. Andererseits wollen die Netzanbieter Geld von den Contentanbietern, weil die ihre Inhalte ins Netz pusten und zu Lasten der Netzanbieter Geld verdienen, die nämlich immer dickere Leitungen verlegen müssen. Letztendlich werden nur die Verbraucher stärker gemolken werden, sowohl durch steigende Preise für den Internetanschluss, als auch durch höhere Preise für Musik und Filme. Alles als Ausgleich für die ganzen bösen Raubkopierer. Daher ist mein erster Gedanke, wenn ich von solchen Winselstuten und Jammerlappen lese: “Fick dich, Wichser.” Und als Konsequenz kaufe ich seit Jahren ausschließlich Musik von kleinen Labels - über das Internet. Ohne das Internet, Hort alles Bösen, hätte ich seit zehn Jahren keine CD mehr gekauft, weil mich der Großteil des Musikmarktes schlichtweg ankotzt. Wenn doch mal etwas gutes auf einem großen Label erscheint, dann kaufe ich die CD gebraucht. Da stimmt erstens der Preis mit meinen Erwartungen überein, und zweitens habe ich das gute Gefühl, dieses Pack nicht zu unterstützen. Fragt sich nur noch, wie lange man CDs weiterverkaufen darf. Die Musikindustrie will das ja schon lange verbieten. Aber ich glaube, dass es realistisch und nicht pessimistisch ist, wenn ich glaube, dass sich das noch ändern wird.
Nachtrag:
Auch andere haben sich über den offenen Brief geärgert: Urheberrechtsexperte ärgert sich über “Frechheiten der Musikindustrie” bei Heise.
Noch ein Nachtrag:
Bei jetzt.de gibt es ein kurzes Interview mit Professor Hoeren, dem Urheberrechtsexperten aus dem letzten Nachtrag.