Wed 11 Jul 2007
Wolfgang Schäuble ist ein furchtbarer Mensch. Warum man diesen offensichtlich immer noch hochgradig traumatisierten Menschen die Verantwortung für Sicherheit und die Verfassung übergeben hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Meine polemische Laiendiagnose lautet, dass Herr Schäuble Angst hat. Angst vor freien Menschen. Denn wären die Menschen nicht frei, wäre es vor 17 Jahren nicht zu diesem Ereignis gekommen und Wolfgang Schäuble wäre womöglich Bundeskanzler. Aber es ist nunmal wie es ist. Da darf er ohne berufliche Konsequenzen absurden und gefährlichen Mist von sich geben. Und das führt dann, O-Ton Schäuble, zu “reflexartigen Reaktionen”, die ihn an “Pawlowsche Reflexe” erinnern. Ich bin sehr froh, dass es doch noch für viele Politiker ein Reflex ist, auf Bedrohungen der Verfassung mit lautstarkem und deutlichem Protest zu reagieren. Unsere Verfassung und die dazugehörige Gesetzeslage sind ausreichend, um die Bevölkerung angemessen zu schützen und gegen Bedrohungen vorzugehen. Es fehlt allenfalls an genug Polizisten, um die bestehenden Gesetze auch durchzusetzen. Wenn der Minister des Innern das Grundgesetz ändern möchte, um mit schwammigen Formulierungen gegen jedwede Person vorgehen zu können, die irgendjemand im Sicherheitsapparat als Bedrohung empfindet, dann hat das, der Vergleich muss erlaubt sein, etwas von einem Ermächtigungsgesetz. Ich werde mich nicht von der ihm eigenen Angst des Wolfgang Schäuble vor einer unscharfen Bedrohung durch das Schreckgespenst des internationalen Terrorismus anstecken lassen. Ich möchte weiterhin in einem freien Land leben, ohne Angst davor zu haben, wegen solcher Äußerungen als Gefährder interniert oder gleich erschossen zu werden.