January 2007
Monthly Archive
Mon 8 Jan 2007
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Süddeutsche Online hat einen Artikel über die öffentlich zugänglichen Datenbanken mit Daten verurteilter Sexualstraftäter in den USA und deren Folgen. Der Unsinn wird deutlich, wenn man bedenkt, wie idiotisch die Rechtsprechung in den USA teilweise ist. Da werden fünfjährige Jungs von der Polizei aus dem Kindergarten abgeholt, wenn sie ein Mädchen anfassen. 14jährige Mädchen werden wegen der Verbreitung von Kinderpornographie angeklagt, weil sie für ihren Freund nackt vor der Webcam posieren. 19jährige Jungs werden verurteilt, wenn sie mir ihrer 15jährigen Freundin schlafen. Letzterer wurde später in einem Akt von Selbstjustiz ermordet. Name und Adresse hatte der Täter aus einer dieser Datenbanken.
Nun kann man Kindesmissbrauch verdammen oder befürworten. Man darf es aber nicht dem Pöbel überlassen, jemanden, der rechtsstaatlich verurteilt wurde, mit Hilfe einer schwarzen Liste ein Leben lang zu stigmatisieren, zu terrorisieren und zu verfolgen. Vor allem dann nicht, wenn man wegen etwas, das der gesunde Menschenverstand als Nichtigkeit erkennt, auf einer solchen Liste landet. Versteht mich nicht falsch. Ich plädiere keineswegs für einen laxeren Umgang mit Kinderschändern. Ihre Opfer leiden ein Leben lang und die Strafen sollten das reflektieren. Aber die Bestrafung ist Sache des Staates und nicht des Volkes. Im Zweifelsfall muss man die Strafen verschärfen und es nicht den Bürgern nahelegen, ihr jeweils eigenes Rechtsempfinden umzusetzen. Auch oder vielmehr besonders dann, wenn der Staat wider dem normalen Rechtsempfinden urteilt, sind die vermeintlichen Täter selbst Opfer und verdienen keine weitere Bestrafung durch ihre Mitbürger. Bei wirklich gefährlichen Sexualstraftätern muss sich der Staat überlegen, ob man sie wieder auf die Gesellschaft loslassen darf. Durch öffentliche Listen oder härtere Strafen schreckt man sie jedenfalls nicht ab. Sie sind Triebtäter. Diese Menschen begehen ihre Verbrechen aufgrund von Instinkten, auf die logisches Denken wenig bis keinen Einfluss hat.
Mon 8 Jan 2007
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Der Spiegel wird 60, hurra. Moment. Doch kein Grund zum Feiern. Das “Sturmgeschütz der Demokratie” fiel schon vor einigen Jahren der allgemeinen Niveauabrüstung zum Opfer. Wir leben in einer Zeit, in der es keine Meinungen mehr gibt, nur noch Quoten. Alles wird auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht. Das gilt schon lange für Fernsehen und Radio, die ich seit Jahren nicht mehr ertrage. Schröder brachte diese Seuche in die Politik und SPD und CDU machten begeistert mit. Bei den Printmedien haben sich Publikationen wie Spiegel oder FAZ länger dem Trend verweigert als andere. Spätestens mit dem Tod Rudolf Augsteins 2002 und dem Aufstieg des Internets begann aber der langsame Abstieg des Spiegel und seiner Schwestermedien wie Spiegel Online. 2006 wurde die Panoramarisierung dort so schlimm, dass ich SPON seit Dezember nicht mehr lese, ja, nicht mehr lesen kann. Ähnliches gilt für den Print-Spiegel, wenngleich ich diesen aus Kostengründen schon länger nicht mehr lese. Aber ich habe mitbekommen, wie eine langjährige Spiegel-Abonnentin ihr Abo kündigte, nachdem der Verfall unerträglich geworden war. Und sie wird mit Sicherheit nicht alleine sein.
Das alles ist beklagenswert. Aber ich frage mich, ob es heutzutage noch anders geht. Der anspruchslose, gleichgeschaltete Unterhaltungsmüll ist ubiquitär. Wer nicht untergehen will, der springt auf den Zug Richtung Volksverdummung. Print-Produkte, die bezahlbar sein wollen, müssen große Auflagen fahren. Und diese verkauft man nur, wenn man den Geschmack der Masse trifft. Der wird weiter und weiter an leicht verdaulichen Müll, der irgendwie unterhaltend sein soll, gewöhnt. Und die Medien ziehen nach. Rolltreppe abwärts. Vielleicht sollte ich einfach mit dem Kopf gegen die Wand hauen, bis ich wieder Spiegel Online lesen und den Müll dort für Journalismus halten kann.
Thu 4 Jan 2007
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WTF is wrong with Mel Gibson? Ich mein, Apocalypto ist gut gemacht. Als Actionfilm funktioniert er prima. Die Spannung lässt eigentlich keine Minute richtig nach. Schauspieler, Masken und Sets sind auch klasse. Aber die Gewalt. Ich bin der Meinung, dass man so einige Szenen hätte weglassen können, ohne dass das Gesamtwerk gelitten hätte. Man, oder wenigstens ich, muss doch nicht sehen, wie ein Panther einem Mann den Schädel zerbeißt oder wie feiner Blutnebel in der Luft hängt, nachdem einem anderen der Schädel eingeschlagen wurde. Zumal der Film durch die Verwendung von HDTV eine Schärfe und Farben besitzt, die ihn stellenweise wie eine TV-Dokumentation wirken lassen. Als Fazit empfehle ich den Film also, da er wirklich gut gemacht ist. Aber wer ihn sehen möchte, sollte auf viel Gewalt gefasst sein. Andere Filme mögen da deutlich härter sein. Die wirken aber meistens nicht so real.