Wenn ich Meldungen wie diese lese, wünsche ich mir manchmal, es gäbe einen Gott. Einen gerechten Gott, der Menschen, die eine solche Show planen, ins Programm hieven und sie gucken, zerschmettert. Auf der Stelle. Der Grad an moralischer Verkommenheit, der allein aus dieser Idee spricht, macht mich beinahe sprachlos. Wenn man auf den beklagenswerten Mangel an Spenderorganen aufmerksam machen will, dann doch nicht indem das Konzept tatsächlich in der Realität durchgezogen wird. Es bleibt nur die Hoffnung, dass wir als Bewohner Europas nocht nicht so dekadent geworden sind, und dass die aktuellen Aussagen der Verantwortlichen Teil einer Satire sind.
May 2007
Mon 28 May 2007
Fri 25 May 2007
Vor einigen Wochen erschien bei zeit.de ein Interview mit dem Vorstandschef von Nestlé. Es ging um das Wasser der Welt. Genauer um den winzigen Teil des Wassers, der für Menschen genießbar ist. Die Zahlen, die er nennt, sind erschreckend. Selbst wenn sie übertrieben sein sollten, wären sie es noch. All die Wassersparfunktionen im Haushalt sind sinnlos, wenn wir hektoliterweise Wasser essen. In seinem Urteil über Kraftstoff aus Biomasse stimme ich ihm zu. Die Idiotie, die hinter dem Gedanken steckt, aus Nahrungsmitteln Kraftstoff zu gewinnen, ist für mich nicht fassbar. Angesichts solcher Nachrichten fällt es schwer, noch Optimismus aufzubringen und zu glauben, dass alles gut wird.
Thu 24 May 2007
Peinlich. Das ist das Wort, das mir zu der aktuellen Serie der Dopingbeichten aus dem Radsport zuallererst einfällt. Peinlich, dass es so lange geleugnet wurde. Peinlich, dass viele es immer noch leugnen. Gewinner der Tour und nicht ganz so Schnelle. Sie alle brauchten diverse Mittelchen, um ihre Leistungen zu erbringen. Soll da noch irgendjemand glauben, all die, die immer noch schweigen, könnten ohne jegliche Hilfe vorne dabeisein? Ist das enormer Selbstbetrug oder wird die Öffentlichkeit einfach für dumm gehalten? Besonders jemand wie Lance Armstrong. Besiegt ein Dutzend Krebsarten und gewinnt danach leichterhands siebenmal in Folge die Tour de France. Ohne Doping. Na klar. Vermutlich mutierte er bei der Strahlentherapie spontan und besitzt jetzt Superkräfte. Lance-man and his trusty sidekick Epo-boy. Auch wenn man nichts beweisen kann, sollte man doch über die unglaublich geringe Wahrscheinlichkeit einer solchen Leistung nachdenken.
Tue 8 May 2007
Und wieder ein richtig mieser Film: Sunshine. Meine Güte. Der Film war dermaßen übel. Eine Story aus der Tonne, durch die dumme, unrealistische, und im Fall von Cillian Murphy auch unfassbar hässliche Leute tapsen. Nach Kanedas Tod, etwas in der Mitte des Films, wollte mein Instinkt mich aus dem Kino treiben. Aber ein völlig fehlgeleiteter Akt der Willensstärke ließ mich alles ertragen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, die Fehler und Dummheiten aufzulisten. Vielleicht ist der Name der Mission ein guter Anfang. Die “Ikarus II” soll zur Sonne fliegen und sie reparieren. Mag an mir liegen, aber ich halte das für eine misslungene Namenswahl. Und dann das ganze Schiff. Durchsetzt mit Designideen aus der Sonderschule für Ingenieure. Sicherheitsmechanismen, die schon heute kein Problem wären, fehlen in 50 Jahren schlichtweg, weil sie der idiotischen Story (Alex Garland, The Beach, 28 Days Later) im Weg gestanden hätten. Die Charaktere unterlagen keinerlei psychologischem Screening. Wozu auch, geht ja nur um die Zukunft der Menschheit. Selbst wenn Sydney unter Massen von Schnee liegt (Hihi, wir zeigen bekannte Bauwerke in einem krass veränderten Klima, höhö) und möglicherweise viele, viele Menschen gestorben sind, können die paar Knallchargen unmöglich das Beste sein, was die Erde noch zu bieten hat. Wozu überhaupt Menschen? Der Computer besitzt um Längen mehr Verstand als die menschliche Besatzung. Und mehr Fehler als die, teilweise wahnsinnigen, Deppen kann der auch nicht machen.
Ah, das tat gut. Ich hoffe, ich konnte jemanden davon abhalten, seine Zeit und sein Geld mit diesem Müll zu vergeuden.