April 2008


Ein paar Versager heulen rum, weil andere Leute sie ausnutzen. Ich kann diesen Mist echt nicht mehr hören. Diese Leute wollen krampfhaft das Internet in den Grenzen vor 1995 wiederherstellen, weil sie unfähig sind, die neue Technologie kreativ für sich zu nutzen. Nachdem sich langsam herumgesprochen hat, dass außer den “Künstlern” und ihren Corporate Masters niemand den Download von Musik und Filmen kriminell findet, werden die Netzanbieter ins Visier genommen. Das führt dann zu der lustigen Situation, dass einerseits die Contentindustrie Geld von den Netzanbietern will, weil diese ja mit all den illegalen Downloads Geld verdienen. Andererseits wollen die Netzanbieter Geld von den Contentanbietern, weil die ihre Inhalte ins Netz pusten und zu Lasten der Netzanbieter Geld verdienen, die nämlich immer dickere Leitungen verlegen müssen. Letztendlich werden nur die Verbraucher stärker gemolken werden, sowohl durch steigende Preise für den Internetanschluss, als auch durch höhere Preise für Musik und Filme. Alles als Ausgleich für die ganzen bösen Raubkopierer. Daher ist mein erster Gedanke, wenn ich von solchen Winselstuten und Jammerlappen lese: “Fick dich, Wichser.” Und als Konsequenz kaufe ich seit Jahren ausschließlich Musik von kleinen Labels - über das Internet. Ohne das Internet, Hort alles Bösen, hätte ich seit zehn Jahren keine CD mehr gekauft, weil mich der Großteil des Musikmarktes schlichtweg ankotzt. Wenn doch mal etwas gutes auf einem großen Label erscheint, dann kaufe ich die CD gebraucht. Da stimmt erstens der Preis mit meinen Erwartungen überein, und zweitens habe ich das gute Gefühl, dieses Pack nicht zu unterstützen. Fragt sich nur noch, wie lange man CDs weiterverkaufen darf. Die Musikindustrie will das ja schon lange verbieten. Aber ich glaube, dass es realistisch und nicht pessimistisch ist, wenn ich glaube, dass sich das noch ändern wird.

Nachtrag:
Auch andere haben sich über den offenen Brief geärgert: Urheberrechtsexperte ärgert sich über “Frechheiten der Musikindustrie” bei Heise.

Noch ein Nachtrag:
Bei jetzt.de gibt es ein kurzes Interview mit Professor Hoeren, dem Urheberrechtsexperten aus dem letzten Nachtrag.

Für alle, denen selbst die milden Winter hierzulande zu kalt sind: In Iraklio (aka Heraklion) auf Kreta wurde noch nie eine negative Temperatur gemessen.

Wer schützt den Rechtsstaat und seine Bürger vor dem Bundesministerium des Innern? Mit eisernen Rädern macht sich der Feind der Freiheit Wolfgang Schäuble daran, alle Errungenschaften der letzten 60 Jahre zu überrollen. Das neue BKA-Gesetz ist wieder ein Hieb gegen Grundrechte und unsere Verfassung. Es ist ein Schritt hin zu einer allmächtigen Bundespolizei, die den Staat vor seinen Bürgern schützen soll. Anders lässt es sich nicht interpretieren, wenn erstmal jeder verdächtig ist und die Polizei im Geheimen darüber entscheidet, wer ein guter Bürger war und wer als “Terrorist” gilt. Der aktuelle Entwurf ist ein großer Schritt weg von Freiheit, Bürgerrechten und Rechtsstaat. Und hin zu einem Polizeistaat. In diesem Punkt können wir als Bürger gar nicht zu vorsichtig sein. Schreibt euren Bundestagsabgeordneten und teilt ihnen mit, dass ihr eure Freiheit liebt und dass sie alles tun sollen, um Wolfgang Schäuble zu stoppen.

Gerade zurück von der Art Cologne. Und alleine ein bestimmtes Bild entdeckt zu haben war das Eintrittgeld wert.

Zu abstrakter Kunst habe ich ein von Indifferenz geprägtes Verhältnis, das auf Gegenseitigkeit beruht. Sie spricht nicht zu mir und ich nicht mir ihr. Aber dann sah ich “Ilsk” von Karl Otto Götz und war hin und weg. Im Original ist es 120×100cm groß, das kleine Bild hinter dem Link sagt leider nichts aus. Da das besagte Original nichtmal ansatzweise in meiner Preisliga liegt, fragte ich den anwesenden Galeristen nach Drucken oder Postern. Letztere gibt es nicht, aber Drucke. Diese kosten etwa €1.000 pro Stück. Ahem. Mal gucken, was ich jetzt aus Stuttgart höre. Das Bild hat mich derart begeistert, dass ich wirklich ernsthaft den Kauf eines Drucks erwäge.

Untitled X Files Sequel. Bereits abgedreht.

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