September 2008
Monthly Archive
Fri 26 Sep 2008
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Bei der Berichterstattung über das 479-Milliarden-Euro-Hilfspaket für das US-Finanzsystem vermisse ich hierzulande eine Erwähnung der Randbedingungen. Die US-Regierung möchte das Geld, ohne zu sagen was sie damit macht. Niemandem. Und sie kann auch später nicht für irgendwelche Folgen zur Verantwortung gezogen werden. “Go fuck the devil in hell!” kommt zumindest mir spontan als Antwort auf solch eine Anfrage in den Sinn.
Den Banken jetzt bedingungslos aus der selbstgegrabenen Grube zu helfen halte ich ohnehin für grundfalsch. Was sollen sich diese Idioten denn denken? “We fucked up. And now we can fuck up again, only bigger!” Der Staat, damit meine ich die Bürger und nicht die Regierung, muss für sein Geld auch etwas bekommen, so wie bei AIG. Der Vorschlag der Regierung Bush sieht das nicht vor. Oder doch. Darf ja niemand wissen. Aber man darf es bezweifeln.
Irgendein Arsch hat neulich noch gesagt, dass die Bürger und ihre Gier verantwortlich wären. Ja, klar. So wie Junkies die wahren Schuldigen sind, und ihre Dealer nur eine Nachfrage bedienen.
Völlig freie Marktwirtschaft funktioniert nur in der Theorie, genau wie Sozialismus und Kommunismus. Die Natur der Menschen steht allen idealen Welten im Weg. Anstatt fanatisch irgendein Extrem zu predigen, sollte man lieber eine gesunde Mischung aus freien Märkten und staatlicher Aufsicht finden. Etwas gesunder Menschenverstand und so eine Scheiße passiert nicht. Aber das ist leider auch nur ein Wunsch für mein Utopia.
Sat 20 Sep 2008
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Heute habe ich mir auch mal die Situation am Heumarkt angeguckt, wo die Rassisten ihren Kongress abhalten wollten. Insgesamt gute Stimmung. Die Rassisten, die ich bei Diskussionen gesehen habe, waren überwiegend alte Männer, aber auch frisch gestriegelte Jung-Nazis. Die Demonstranten waren bunt gemischt, der Altersdurchschnitt dürfte aber nicht sehr hoch gewesen sein. Unter dem normalen Bürgertum fanden sich Linke aus ganz Europa. Pamphlete in Französisch und Holländisch habe ich gesehen, und eine Unterhaltung auf Spanisch gehört. Vielleicht waren das aber auch Touristen. Die haben auf die Situation heiter-gelassen bis cholerisch reagiert. Der Heumarkt war hermetisch abgeriegelt. Vor der Kette von Polizisten, die keine Demonstranten durchließen, standen überall Blöcke aus Demonstranten, die keine Rassisten durchgelassen habe. Da gab es wie gesagt einige Diskussionen. Wie die 40-50 Leute, die der Kölner Stadtanzeiger erwähnt, es auf den Heumarkt geschafft haben, weiß ich nicht.
Das Rahmenprogramm bestand aus normaler Protestunterhaltung lokaler Größen und dem üblichen linken Programm direkt an den Barrikaden. Neben den Slogans “Gegen Rassismus!” und “Gegen Imperialismus!” las man dann noch “Gegen Sozialabbau!”, wohl weil sich das immer gut macht. Sprechchöre skandierten unter anderem “Deutsche Polizisten schützen die Faschisten”. Das ist dann auch schon die professionelle Protestkultur, die mich meistens von Demonstrationen fernhält. Natürlich gab es auch ein paar Rangeleien. An einer Blockade wurden einige Polizisten nicht durchgelassen, was an anderen Standorten dann bejubelt wurde, nachdem sich die Nachricht herumgesprochen hatte. Das fand ich ziemlich kindisch. Unreflektiertes Dagegensein eben. Die Polizei ist zum Schutz aller da, so sind Demokratien nunmal. Und sie hat ihre Sache gut gemacht.
Irgendwann hat die Polizei dann über Lautsprecher verkündet, dass die Rassistenkundgebung verboten wurde. Der Zeitpunk dafür variierte von Blockade zu Blockade erheblich. Um kurz nach 12 hörte man es zuerst als Gerücht, dann habe ich zuerst um kurz nach 13 Uhr und ein halbe Stunde später woanders nochmal die offizielle Durchsache über Lautsprecher gehört. Danach habe ich mich langsam auf den Rückweg gemacht. Dabei fiel mir auf, dass man von der ganzen Aktion schon kurz hinterm Gürzenich (etwa 100m vom Heumarkt) nicht mehr viel merkte. Wären nicht in ein paar Seitenstraßen noch Polizeiwagen geparkt gewesen, wäre es ein normaler Sonnabend gewesen.
Fri 19 Sep 2008
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Gerade zurück aus Hamburg, musste ich feststellen, dass der Rassistenkongress doch schon ab heute Köln verschmutzt. Meine Herren, was für eine Freakshow. Neben den üblichen Verdächtigen mit abben Haaren und Kleidung von Consdapler liefen da echte Loser rum. Leute, denen man sofort ansieht, dass sie ihr Leben lang nur verloren haben. Und jetzt hetzen sie in Rassistenforen wie PI (das verlinke ich nicht, lest politischkorrekt.info, wenn ihr neugierig seid). Würden sie diese Scheiße in der Öffentlichkeit vom Stapel lassen, würden sie vermutlich von aufgeweckten 6jährigen zurechtgewiesen. Einer von denen sah aus, wie ein Kriegsversehrter, der mal ein paar Granatsplitter ins Gesicht bekommen hat. Bloß war er zu jung dafür. Vielleicht ein Unfall mit dem Tacker im Kreisbüro der Republikaner. Oder er ist gestolpert, als er die Klamotten seiner toten Mutter anprobiert hat und dabei im Hirschgeweih an der Wand hängengeblieben.
Mon 1 Sep 2008
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Sarah Palin, die Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft der USA unter einem Präsidenten John McCain hat eine E-Mail an Freunde und Verwandte als Gott geschrieben. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber wenn jemand ernsthaft E-Mails mit der Stimme einer imaginären Figur schreibt, dann würde ich diese Person in psychiatrische Behandlung geben und nicht ins Weiße Haus schicken. Aber in den USA soll eine solche Person Wähler motivieren. Das finde ich leicht gruselig.